Mit großen Augen bewundern Bergsteiger in den 70ern einige Fallschirmspringer, die mit den in den 60ern gebauten Flächenschirmen, von steilen Bergen springen. Einige Extrembergsteiger sehen darin eine probate Abstiegshilfe und nutzen diese dann zum sogenannten »Bergfliegen«.
Das erste Bergfliegen
Anfang bis Mitte der 80er wird das schon in Frankreich populäre Fliegen mit luftdichtem Tuch als Parasailing bezeichnet. Der Schweizer Laurant de Kalbermatten entwickelt 1985 mit Randonneuse und Maxi die ersten besseren Fallschirme. Genair 2, Big-X und Profil folgten rasch und mit diesen sogenannten Gleitseglern konnte man einigermaßen sicher erste Berge runterfliegen. Mit dem neuen Brizair von LDK konnte man dann schon recht sicher 1987 Gleitschirmfliegen! Mit der theoretischen Gleitzahl 3 und ca. 2,5 m Sinken in der Sekunde wird 1988 das Gleitschirmfliegen in Deutschland dann richtig bekannt.
Leider ist die Zahl der Unfälle bis heute noch hoch. Alle Jahre wieder fliegen Neueinsteiger aber auch Freiflieger mit wenig Erfahrung sehr schnell »heiße« Schirme. Mangelnde Wettereinschätzung, fehlendes Training, schlechte Schirmbeherrschung, Selbstüberschätzung und Gruppenzwang tun nach wie vor ihr übriges.
Das Acrofliegen ist eine der neuen Königsdiziplinen, wo Pilot und Material an seine Grenzen geführt werden. Flugmanöver bis hin zum Tumbling können erflogen werden. Leider überschätzen auch in diesem Bereich zu viele Hobbypiloten ihr können und stürzen ab. Leider nicht immer beim sicheren Training über dem See ...
Das fast vergessene Bergklettern und GS-Fliegen - heute "walk and fly" genannt - ist wieder in Mode geraten und erlebt mit immer leichter werdender Ausrüstung seinen zweiten Frühling. Mit sicherer Ausrüstung von 7-8 kg geht es damit auf den Berg und Wettkämpfe wie die Crossalps (www.crossalps.com) sind entstanden.
Nichts bleibt wie es war - auch nicht beim Gleitschirmfliegen.
Minigleitschirme von LittleCloud sind die ganz neuen Sprößlinge des GS-Sports und seit 2010 auf dem Vormarsch. Diese Art des Fliegens basiert zum Teil auf der frühen Entwicklungsgeschichte des Gleitschirms. Wenn es um Sicherheit geht, setzen die neuen und innovativen Profile andere Maßstäbe.
Auch in Frankreich entwickelt sind die Mini-Gleitschirme mit hightech-Profil der Garant für leichteres Lernen und stressfreieres Fliegen bei Gleitzahl 7-8.
Unkompliziertes Handling, moderate Nick- und Rolleigenschaften bei kurzen Leinenlängen sowie moderates Flugverhalten bei Schirmstörungen zeichnet sie aus, die neuen "Kleinen", die nicht mit den Speedglider zu verwechseln sind.
Nicht das Gleiten auf Messers Schneide, sondern Schirmbeherschung,
Flugspaß und Sicherheit sind der Garant für unvergessliche Flüge.
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Ralf Münch